SUPERWILDVISION Schwarzwald

Arbeiten am Bild

Eine Kamera und ein Computer – diese einfache Verbindung führte vor fast 25 Jahren zur Erfindung der Webcam. Aus unserem Alltag ist sie heute fast nicht mehr wegzudenken. Ihr dauerhafter Einsatz liefert Filme und Bilder in nahezu seriellem Ausgabeformat. An dieser Stelle bildet die Webcam die Grundlage zu Irene Müllers Werkkanon. Zufällig im Internet gefundene Webcams und deren Bildmaterial dienen ihr als Grundlage und Skizzen für die malerische Umsetzung auf Leinwand – so entstanden aus anonymen digitalen Einzelbildern analoge malerische Originale. Das digitale found footage wird abstrahiert, neu komponiert und uminterpretiert. Die Arbeit am Bild führt so zu einer kontextuellen Auseinandersetzung an der Schnittstelle von Fotografie und Malerei.

SUPERWILDVISION Schwarzwald

Ausgangspunkt des Projekts waren 700 Fotos, welche eine Wildkamera eines Jägers im Schwarzwald lieferte. Inspiriert von diesen Fotos entstand Irene Müllers Gemälde „Platzhirschschwein“.  An einer sogenannten Kirrung platzierte sie dieses Bild, welches auf wissenschaftlichen Erkenntnissen über die visuelle Wahrnehmung der Wildschweine beruht. Mehrere Infrarotkameras lieferten von April bis Juni 2014 unzählige Fotos und Filmaufnahmen von dieser Stelle, aus der nächtlichen Parallelwelt des Schwarzwaldes. Dieses bildnerische found footage führte zu einer seriellen Umsetzung auf Leinwand und zu einer Videoarbeit.

Von diesen Videoaufzeichnungen inspiriert findet fortlaufend eine Umsetzung in Malerei statt.