Die Werkreihe WELTANSCHAUUNG von Irene Müller untersucht das Verhältnis zwischen scheinbar objektivem Blick und persönlicher Wahrnehmung. Ausgangspunkt sind Satellitenbilder der Erde, die die Künstlerin mit Buntstift Strich für Strich auf Leinwand oder Papier überträgt. Durch diese Art der Umsetzung wird aus dem technischen Bild eine ruhige, konzentrierte Form des Sehens.
Auch frühere Projekte von Irene Müller basieren auf automatisierter Kameradokumentation, etwa durch Webcams und Wildkameras, und erweitern so die Auseinandersetzung mit maschinell erzeugten Bildern.
Die Werke in unterschiedlichen Formaten zeigen extrahierte Landschaftsausschnitte; es bleiben Spuren der manuellen Umsetzung sichtbar: kleine Abweichungen, Verdichtungen und persönliche Akzente. Darüber hinaus richtet Müller den Blick auf herangezoomte Details wie Sportanlagen, Parks, Landwirtschaft, Straßen und Bauwerke, welche als eigene Motive hervorgehoben werden. So gewinnen alltägliche Orte an Bedeutung und verweisen auf anthropogene Landschaftsveränderung.
Im Wechsel zwischen Überblick und Detail wird deutlich: Ein neutraler Blick auf die Welt ist kaum möglich. Schon die Auswahl der Bilder ist eine Entscheidung und zudem bringen Betrachtende eigene Erfahrungen und Deutungen ein. WELTANSCHAUUNG zeigt daher nicht nur die Erde, sondern auch, wie wir sie sehen. Die Welt erscheint als Zusammenspiel vieler Perspektiven – zwischen Distanz und Nähe, zwischen globalem Bild und persönlicher Sicht.

















